Das Lernen der altdeutschen Schrift

Wie die Menschen selbst, so hat sich auch ihre Schrift im Laufe der Zeit gewandelt und auch die Gründe wieder die altdeutsche Schrift zu Lernen.

Besonders im deutschen Sprachraum ist dieses Phänomen heute noch gut zu beobachten – haben unsere Großeltern in der Schule die sogenannte Kurrent-, oder Sütterlinschrift gelernt und geschrieben, gibt es heutzutage kaum mehr jemanden, der in der Lage ist, diese Schrift zu lesen. Nicht allein deshalb, weil wir kaum mehr mit der Hand schreiben, sondern vielmehr alles am Computer abtippen.

Warum sollte es uns also interessieren, die altdeutsche Schrift überhaupt noch zu lernen?

Man mag es kaum glauben, aber das Interesse der Menschen, die Altdeutsch lernen möchten, ist größer denn je!
Für viele ist es nicht nur ein Teil der eigenen Geschichte, unseres Mensch-seins, es handelt sich auch um eine sehr detailgetreue und verspielte Schriftart; wir benötigen Sie für die Entzifferung alter Dokumente, für die Ahnenforschung, um herauszufinden, wie unserer Altvorderen gelebt haben. Das Entziffern der einzelnen Buchstaben macht Spaß, jede Handschrift ist ein wenig anders und kein Programm der Welt kann so perfekt übersetzen, wie ein Mensch – es ist immer eine Form der Nachbearbeitung erforderlich.

Die altdeutsche Schrift etwas Besonderes

Im Gegensatz zu anderen Schriftarten, wie dem Lateinischen, oder dem Gotischen, welche kaum Abwandlungen haben, können wir die altdeutsche Schrift sogar in zwei Gruppen mit Untergruppierungen einteilen: Die Druckschriften und die Schreibschriften.

Zu den Druckschriften zählen die Schwabacher Schrift, welche vom 15. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts vorherrschend im Deutschen Sprachraum war, sowie die Fraktur-Schrift – welche bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts verwendet wurde – und die ab 1941 verwendete Antiqua.

Die Schwabacher Schrift wurde zwar schnell verdrängt, blieb aber bis ins 20. Jahrhundert populär, zeichnet sie sich doch durch eine starke Rundung der Buchstaben, welche sich mit starken Kanten abwechseln, aus.

Die Frakturschrift hingegen, oftmals auch als „Gotik“, oder „deutsche Schrift“ bezeichnet, hielt sich über 400 Jahre als Buch- und Verkehrsschrift der Deutschen und wird auch heutzutage noch in der Mathematik für Formeln gebraucht, genauso wie die Aniqua, welche heute als die führende Verkehrsschrift der westlichen Welt zählt.

Zu den Schreibschriften gehören die zuvor schon erwähnte Deutsche Kurrentschrift (18. und 19. Jahrhundert), die Deutsche Kanzleischrift (bis ins 19. Jahrhundert gebräuchliche Amtsschrift) und die Sütterlinschrift, auf nun eingegangen werden soll.

Natürlich ist auch anzumerken, dass es neben dem Gebrauch der altdeutschen Schreib- und Druckschriften im deutschen Sprachraum auch noch die Lateinische Schrift verwendet wurde.

Wer Altdeutsch lernen möchte, kommt an der Sütterlinschrift nicht vorbei.

Der vielseitig talentierte Pädagoge und Grafiker Ludwig Sütterlin entwickelte im Auftrag des preußischen Kulturministeriums eine vereinfachte deutsche und lateinische Ausgangsschrift, welche den Schulkindern das schnelle Erlernen der Schreibschrift erleichtern sollte. Ziel war es, die damals gebräuchliche, unnatürliche Haltung, sowie den wechselnden Schreibdruck so kindgerecht umzuwandeln, dass auch Grundschüler schnell und sauber schreiben lernen konnten. Alle Buchstaben waren aus Kreis- und Geradenformen zusammengesetzt, um die Entwicklung zu einer schönen Handschrift zu unterstützen.

Die im Jahr 1911 entwickelte, ab 1915 landesweit eingeführte Schrift hielt sich als Schreibschrift bis ins Jahr 1941, wurde dann aber durch den Normalschrifterlass des Nationalsozialisten Martin Bormann verboten.

Für alle, deren Interesse nun geweckt wurde, sich selbst aktiv mit der Sütterlin Schrift zu beschäftigen, ist unser Sütterlin Kurs gedacht.

Der Kurs zum Altdeutsch Lernen
Unser Kurs zum Erlernen der Sütterlinschrift

Lernen Sie, Sütterlinschrift zu lesen und anhand der verschiedenen Merkmale zeitlich einzuordnen. Lernen Sie, Fälschungen zu erkennen und tragen Sie dazu bei, dass dieser Teil der deutschen Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.